Haarseifen - Fluch oder Segen?

Was für eine reißerische Überschrift, Jesus! Allerdings stellt sich vielen Verwendern tatsächlich diese Frage. Oftmals sind nach dem Waschen zwar die Ansätze traumhaft und fluffig, aber die Längen besonders unschön. Oder die Haare zwar insgesamt sehr trocken. Oder elektrisch aufgeladen. Oderoderoder.

Dazu eine wichtige Info: wir haben unsere Haare zumeist Jahrelang mit Silikonen und Parabenen sowie künstlichen Tensiden vollgeschmiert - bei der Umstellung auf Haarseife brauchen sie in der Regel eins, nämlich Zeit. 

Haben wir vorher den Talg von der Kopfhaut stumpf entfernt, wollen wir ihr, der Haut, nun die Gelegenheit geben, sich selbst zu regenerieren. Denn der Talg erfüllt ja wichtige Funktionen, vorrangig schützt er vor Umwelteinflüssen, dem Austrocknen und macht unsere Haare schön weich und glänzend. 

Was passiert also, wenn wir mit den Tensiden unseres fancy Shampoos aus Birkenwasser und Arganöl den Talg vom Kopf waschen? Richtig - die Drüsen denken sich "Mist, Talg ist aus. PRODUZIERE. MEHR. TALG!" Und schon sind wir in der Schleife gefangen und müssen nach spätestens zwei Tagen unseren Pommes-Kopf waschen. 

Da wir nunmehr keine Lust mehr auf diese Spielchen haben, machen wir nicht mehr mit und tun stattdessen Folgendes:

 

- Je mehr synthetische Zusatzstoffe in unserem Shampoo war, desto länger brauchen die Haare zum Umgewöhnen. Man kann den Vorgang mit einer Natronspülung beschleunigen. Man nehme 5 Gramm gewöhnliches Haushaltsnatron und löse dies in einem Liter lauwarmen Wasser auf. Gut umrühren und über die feuchten Haare kippen. Nach dem Ausspülen ist hier keine zusätzliche Wäsche mehr nötig, denn die Spülung gilt als solche. Eigentlich sollte jetzt nichts mehr im Haar sein, was nicht reingehört.

- Wir fangen am Besten mit einer niedrig überfetteten Seife an, 1 - 3 %, das reicht erstmal. Die Ausnahme sind besonders trockene Haare, wie beispielsweise Lockenköpfe, hier können wir höher überfettet einsteigen. 

- Die Seife wird gut aufgeschäumt - wir wollen uns fühlen, wie früher auf der Schaumparty in der Dorfdisco - und bitte genauso penibel ausgespült. Checkt online, wie hart das Wasser in Eurer Stadt ist und beachtet dann folgendes:

- Weiches Wasser - einfach nur gut ausspülen, fertig! Hartes Wasser braucht eine Rinse aus Wasser mit was Sauerem, wie Essig oder Zitrone (auf einen Liter warmes Wasser je nach Haarlänge 1-2 Esslöffel) oder für die ganz Harten eine schön kalte Wasserspülung am Ende des Waschvorgangs. Damit schließen wir die vorher aufgeraute Schuppenschicht und neutralisieren eventuelle Seifenrückstände im Haar. Die sogenannte Kalkseife wird verhindert.

- Haare an der Luft trocknen lassen - Ende Gelände.

 

Fühlen sich die Haare immer noch komisch an, versucht es weiter. Es braucht manchmal einfach Zeit. Allerdings wird man für das Warten ganz sicher belohnt. Erstens mit tollem, griffigen Haar, welches so, wie es die Natur vorgesehen hat, gesund nachwächst und außerdem werden sich die Waschabstände sehr weit in die Länge dehnen. Manche Glückspilze waschen nur noch alle zwei Wochen. 

 

Das sind gute Aussichten, oder?

Hast Du Fragen? Schreib' gerne ne Mail. :-)

 

Antje